Kultur von allen für alle

Im Kulturbetrieb gibt es Ausnahmetalente. Doch auch für alle anderen sollte kulturelle Teilhabe möglich sein – ob mit oder ohne Behinderung.

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Maike Helbig, Behindertenbeauftragter / Christian Marquard, IMAGO / Lobeca, Kristian Schuller

Von Kopf bis Fuß fürs Horn

Bereits mit fünf Jahren Unterricht auf dem Horn, mit 13 Musikstudium in Hannover – Felix Klieser ist ein außergewöhnlicher Künstler in vielerlei Hinsicht: Er kam ohne Arme auf die Welt. Sein Instrument spielt er mit dem Fuß. Einer seiner Musiklehrer sagte mal, beruflich solle sich der junge Mann besser etwas anderes überlegen. "Dann habe ich viel gearbeitet und die Probleme gelöst." Ein Leben für die Musik. Heute zählt der 33-jährige Göttinger zu den weltweit renommiertesten Hornisten. Selbstmitleid war nie eine Option. "Jeder weiß, dass das zu keinem besseren Ergebnis führt."

Felix Klieser, Hornist

Selbstmitleid führt zu keinem besseren Ergebnis.

Kultur im Kleisthaus

Ob auf der Bühne oder im Zuschauerraum: Menschen mit Behinderung sollen am kulturellen Leben gleichberechtigt teilhaben können. Das sieht Artikel 30 der UN-Behindertenrechtskonvention vor. Der Behindertenbeauftragte fördert mit "Kultur im Kleisthaus" inklusive und barrierefreie Veranstaltungen und Kooperationen von und mit Künstlerinnen und Künstlern mit Behinderungen. 
www.behindertenbeauftragter.de

Maike Helbig, Behindertenbeauftragter / Christian Marquard, IMAGO / Lobeca, Kristian Schuller

"Schon bevor ich Kulturstaatsministerin geworden bin, war mir das Thema Inklusion sehr wichtig. Denn eine Demokratie kann nur funktionieren, wenn wirklich alle Menschen am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilnehmen können. In der Kulturpolitik des Bundes ist unser Ziel deshalb eine 'Kultur von allen für alle'. In diesem Sinn werden mein Haus und ich Inklusion und Barrierefreiheit im Kulturbereich weiter vorantreiben."

Mit drei Jahren verlor Kassandra Wedel bei einem Unfall ihr Gehör. Heute gebärdet die 39-Jährige im Musikvideo für Sido und gewinnt Preise wie den OPUS KLASSIK für ihr Video zu Beethovens 5. Syfonie. Wie der Komponist lässt sie sich von der Taubheit nicht abbringen: Sie kann die Vibrationen der Musik fühlen. Und sie kann sogar ohne jegliche akustische Musik tanzen. "Dann werde ich selbst zur visuellen Musik."

Kassandra Wedel fühlt den Beat

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